The Call You Don’t Hear
You can see it every night in a bar.
When I look around the bar down in the valley, there seem to be two kinds of people.
For some, life is a long, quiet river.
For others, it rarely runs as planned.
Like the guy on the right who looks like Bukowski.
Some never change anything.
Others change constantly.
Some build.
Others camp.
Except for Bukowski, they all have one thing in common:
they don’t hear the wake-up call.
Heart attack. Cancer.
A friend dies too young.
First gray hair.
A pull in the knee.
The fiftieth birthday.
What does it mean, not to hear?
To change something, but not in all three dimensions.
Bukowski orders another.
For the fourth dimension.
“Too many fairy tales,” he says to his glass.
We know it from hero’s journeys, fairy tales, films:
the call to move is answered only after hesitation.
Bukowski walks over to the foggy little blonde.
The hero steps into the other world.
First, something moves for himself.
Then for his group.
Finally, for everyone.
Three dimensions we might call social, physical, psychological.
But we don’t need to grasp them intellectually.
Whether in life or in training — which is the same thing —
we live through them first.
We experience transformation only by doing.
And only when it hurts in between.
When we think we can’t make it.
When we despair over ourselves.
When the monster kills us.
The question we must face after the journey:
what has changed?
If everything has not changed, we didn’t hear the call..
The bathroom door slams against a tin bucket.
Bukowski and the blonde are back.
Der Ruf, den du nicht hörst
Wenn ich mich in der Bar unten im Tal umschaue, scheint es zwei Arten von Menschen zu geben. Für manche ist das Leben ein langer, ruhiger Fluss. Für andere läuft es selten nach Plan. Wie der Typ rechts, der aussieht wie Bukowski.
Manche ändern nie etwas. Andere ständig. Manche bauen. Andere campieren.
Bis auf Bukowski haben alle eins gemeinsam: Sie hören den Weckruf nicht. Herzinfarkt. Krebs. Ein Freund stirbt zu jung. Erstes graues Haar. Ein Ziehen im Knie. Der fünfzigste Geburtstag.
Was heißt es, nicht zu hören? Etwas zu ändern, aber nicht in allen drei Dimensionen.
Bukowski bestellt noch einen. Für die vierte Dimension. „Zu viele Märchen”, sagt er zu seinem Glas.
Wir kennen es aus Heldenreisen, Märchen, Filmen: Der Ruf zum Aufbruch wird erst nach Zögern beantwortet. Bukowski geht rüber zu der nebligen kleinen Blonden. Der Held betritt die andere Welt.
Zuerst bewegt sich etwas für ihn selbst. Dann für seine Gruppe. Schließlich für alle.
Drei Dimensionen, die wir sozial, physisch, psychisch nennen könnten. Aber wir müssen sie nicht intellektuell begreifen. Ob im Leben oder im Training – was dasselbe ist – wir durchleben sie zuerst.
Wir erfahren Verwandlung nur durch Tun. Und nur, wenn es zwischendurch wehtut. Wenn wir glauben, wir schaffen es nicht. Wenn wir an uns selbst verzweifeln. Wenn das Monster uns tötet.
Die Frage, der wir uns nach der Reise stellen müssen: Was hat sich verändert?
Wenn sich nicht alles verändert hat, haben wir den Ruf nicht gehört.
Die Klotür knallt gegen einen Blecheimer. Bukowski und die Blonde sind zurück.


